Räucherwerk von Susanne Türtscher. Eine Einladung, das Unsichtbare wieder zu spüren.
Manchmal braucht es nur ein kleines Glimmen, um uns an etwas Uraltes zu erinnern: an die Sprache der Pflanzen, an den feinen Übergang zwischen Innen und Außen, an das stille Wissen, das im Duft liegt. Das Räuchern – ob aktiv oder passiv – öffnet einen Raum, in dem wir uns wieder verbinden können: mit uns selbst, mit unseren Orten, mit jenem langsam atmenden Rhythmus der Natur, den wir im Alltag oft verlieren.
Nr. 8: Diese Rauhnachtkräuter stehen für die Qualitäten der Jahreszeiten und möchten uns mit dem Gold in unserer Seele in Berühurng bringen. Inhalt: Meisterwurz, Süßgras, Quendel, Flechten, Weihrauch, Alant, Rosmarin, Rose, Ysop, Engelwurz, Fichten-, Lärchen-, Tannen- und Kiefernadeln, Lavendel, Salbei
Beim aktiven Räuchern stehen wir bewusst am Feuerpunkt: wir wählen, entzünden, lenken den Duft, lassen ihn durch Räume oder über Gegenstände ziehen. Es ist ein rituelles Tun, ein Handgriff mit Bedeutung, ein Moment der Ausrichtung.
Das passive Räuchern hingegen ist das leise Dazwischen – das sanfte Weiterglimmen einer Schale, die neben uns steht, die uns begleitet, ohne etwas zu verlangen. Sie schafft Atmosphäre, Tiefe, ein feines Gleichgewicht.
Die NEUN Räucherwerke entstehen bei Susanne Türtscher, Kräuterfrau aus dem Großen Walsertal, deren Wissen über Pflanzen, Rhythmus und Transformation seit Jahren in ihren Büchern und Workshops weitergegeben wird. In ihrer Mühle werden die Kräuter mit der Hand gepflanzt, gepflegt, geerntet und getrocknet – jeder Schritt getragen von Aufmerksamkeit, Behutsamkeit und Erfahrung.
Gleichzeitig ist DIE NEUN ein gemeinsames Projekt von Susanne und Magdalena Türtscher. Magdalena – Gestalterin und Fotografin – verleiht den Räucherwerken ihre visuelle Sprache: klar, warm, intuitiv, aus ihrer tiefen Verbundenheit mit dem Walsertal ebenso wie aus ihrem offenen Blick in die Welt.
Das Harz und die Nadeln stammen aus dem umliegenden Mühle-Wald. Susanne sammelt nur so viel, wie die Natur tragen und entbehren kann. Nichts wird erzwungen. Nichts übernutzt. Aus diesem respektvollen Umgang entsteht eine besondere Reinheit – und zugleich die Notwendigkeit, dass die Räucherwerke limitiert bleiben.
So formen sich die NEUN: abgestimmte Mischungen, jede mit einer eigenen Stimmung, einer eigenen Richtung, einer eigenen Aufgabe. Ein kleiner Kreis, der sich öffnet, sobald das erste Körnchen glimmt.